Projekt starten

Die perfekte Startseite: Was drauf muss und was nicht

Die Kurzantwort

Deine Startseite hat nur wenige Sekunden, um zu überzeugen. Der ideale Aufbau von Hero bis CTA mit Checkliste, was drauf muss und was sofort rausfliegt.

Deine Startseite ist kein Schaufenster, in das du alles reinpackst, was du hast. Sie ist eher ein guter Türsteher: Sie sortiert, leitet weiter und macht in Sekunden klar, worum es geht. Trotzdem sehen wir ständig Startseiten, die aussehen wie eine Pinnwand nach drei Jahren: Alles ist drauf, nichts hat Priorität, und der Besucher weiß nach 10 Sekunden immer noch nicht, was das Unternehmen eigentlich anbietet. Hier erfährst du, was auf eine Startseite gehört, was nicht und in welcher Reihenfolge.

Die ersten Sekunden: Der Hero-Bereich

Der sichtbare Bereich ohne Scrollen, auch Above the Fold genannt, entscheidet, ob jemand bleibt oder geht. Forscher um Gitte Lindgaard haben gezeigt, dass Nutzer schon nach 50 Millisekunden einen stabilen Eindruck von der optischen Wirkung einer Website haben (Behaviour & Information Technology, 2006). In den ersten Sekunden entscheiden sie, ob sie scrollen oder den Tab schließen.

Was im Hero-Bereich stehen muss:

  • Eine klare Headline: Was bietest du an? Für wen? In einem Satz. Nicht clever, sondern klar. „Webdesign für Handwerksbetriebe" funktioniert besser als „Digitale Lösungen für Ihren Erfolg".
  • Eine Subline: Der konkrete Nutzen oder das Versprechen. Was hat der Besucher davon?
  • Ein Call-to-Action: Was soll der Besucher als Nächstes tun? „Kostenlos beraten lassen", „Angebot anfordern", „Jetzt Termin buchen".
  • Optional ein Bild oder Video: Aber nur, wenn es die Botschaft stützt. Ein echtes Foto deines Teams schafft mehr Vertrauen als ein Stockfoto von lächelnden Business-Menschen.

Was dort NICHT hingehört

  • Ein Slider mit 5 verschiedenen Botschaften (verwirrt und wird nachweislich kaum geklickt)
  • Ein „Herzlich willkommen auf unserer Website" (das weiß der Besucher)
  • Ein riesiges Bild ohne jede Aussage oder CTA
  • Drei verschiedene Call-to-Actions gleichzeitig

Social Proof: Vertrauen aufbauen

Direkt nach dem Hero sollte Social Proof kommen. Menschen vertrauen anderen Menschen oft mehr als deiner Selbstdarstellung, man spricht auch vom Herdentrieb. Der Gedanke: „Wenn andere das gut finden, wird es schon stimmen."

  • Kundenlogos: Bekannte Marken wirken am stärksten. Schon 3 bis 5 Logos reichen.
  • Bewertungen: Google-Sterne, Trustpilot oder Proven Expert, jeweils mit echter Zahl („4,8 von 5 Sternen bei 127 Bewertungen").
  • Testimonials: Kurze Kundenstimmen mit echtem Namen und am besten mit Foto. Anonyme Zitate wirken weniger glaubwürdig.
  • Zahlen: „Über 500 Projekte seit 2015", „120 betreute Kunden": Konkrete Zahlen sind überzeugender als vage Aussagen.
  • Zertifikate und Auszeichnungen: Nur wenn wirklich relevant und erkennbar.

Wichtig: Zeige nur echten Social Proof. Erfundene Testimonials und geschönte Zahlen fliegen früher oder später auf und zerstören dann mehr Vertrauen, als sie je aufgebaut haben.

Leistungen klar und scanbar zeigen

Zeige auf der Startseite deine wichtigsten Leistungen oder Produktkategorien. Nicht alle, sondern die wichtigsten drei bis sechs. Jede Kachel oder jeder Block enthält:

  • Ein Icon oder kleines Bild
  • Einen klaren Titel (2 bis 4 Wörter)
  • Einen Satz Beschreibung
  • Einen Link zur Detailseite

Der Besucher soll in 10 Sekunden verstehen, was du anbietest. Nicht in 10 Minuten.

Der häufigste Fehler: Startseiten, die wie ein Roman geschrieben sind. Niemand liest auf einer Startseite lange Texte. Nutzer scannen. Sie springen von Überschrift zu Überschrift, von Bild zu Button. Gestalte deine Startseite fürs Scannen, nicht fürs Lesen. Lange Erklärungen gehören auf Unterseiten.

Der Über-uns-Teaser

Ein kurzer Block auf der Startseite, der zeigt, wer hinter dem Unternehmen steht. Nicht die komplette Firmengeschichte, sondern 3 bis 4 Sätze mit einem echten Foto und einem Link zur vollständigen Über-uns-Seite.

Warum das wichtig ist: Menschen kaufen von Menschen. Ein Foto des Teams oder der Gründerin schafft Nähe und Vertrauen. Gerade bei Dienstleistungen ist das entscheidend, denn du verkaufst Kompetenz und Verlässlichkeit, nicht nur ein Produkt.

Was du sofort rauswerfen kannst

Diese Elemente sehen wir oft auf Startseiten, und sie bringen meist wenig:

  • „Willkommen auf unserer Website": Verschwendet wertvollen Platz im Hero-Bereich.
  • Slider und Karussells: Die meisten Klicks entfallen auf das erste Bild. Erik Runyon hat auf der Startseite der University of Notre Dame gemessen: Rund 1 Prozent der Besucher klickte auf ein Slider-Element, und die große Mehrheit dieser Klicks ging auf die erste Position (Erik Runyon, 2013).
  • News-Ticker: Automatisch scrollende Elemente nerven und lenken ab. Wenn die letzte News von 2023 ist, wirkt die ganze Website veraltet.
  • Lange Unternehmensgeschichte: Gehört auf die Über-uns-Seite, nicht auf die Startseite.
  • Zu viele CTAs: Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig. Ein primärer CTA und optional ein sekundärer, mehr nicht.
  • Allgemeine Stockfotos: Lächelnde Business-Menschen am Laptop sagen nichts über dein Unternehmen. Echte Fotos wirken deutlich glaubwürdiger.

Der ideale Aufbau einer Startseite

Von oben nach unten, in dieser Reihenfolge:

  1. Hero-Bereich: Headline, Subline und primärer CTA
  2. Social Proof: Kundenlogos oder Bewertungen
  3. Leistungen/Produkte: 3 bis 6 Kacheln mit Link zur Detailseite
  4. Über-uns-Teaser: Kurzer Text mit echtem Foto und Link
  5. Kundenstimmen oder Case Study: Ein konkretes Ergebnis für einen Kunden
  6. Abschluss-CTA: Kontakt, Beratung oder Newsletter-Anmeldung

Diese Reihenfolge folgt der Überzeugungslogik: Erst zeigen, was du bietest. Dann beweisen, dass es funktioniert. Dann den nächsten Schritt anbieten.

Above the Fold auf Mobile

Auf dem Smartphone ist Above the Fold deutlich kleiner, etwa 600 bis 700 Pixel Höhe. Das heißt: Du hast Platz für die Headline, einen Satz und einen Button. Mehr nicht.

Deshalb ist Mobile First bei der Startseite besonders wichtig. Frag dich: Wenn ein Besucher auf dem Smartphone nur den oberen Bereich sieht, weiß er dann, was du anbietest und was er tun soll? Wenn nicht, muss der Hero-Bereich überarbeitet werden.

Häufige Fragen

Wie viel Text sollte auf der Startseite stehen?

So wenig wie nötig, so viel wie sinnvoll. Die Startseite ist kein Blogartikel. 300 bis 600 Wörter reichen für die meisten Unternehmen. Alles darüber gehört auf Unterseiten. Die Startseite soll orientieren und weiterleiten, nicht alles erklären.

Brauche ich ein Video auf der Startseite?

Nur wenn es einen klaren Mehrwert bietet, zum Beispiel ein 60-Sekunden-Erklärvideo zu deinem Angebot. Autoplay-Videos mit Sound sind tabu. Und achte auf die Dateigröße: Ein Video, das die Ladezeit verdoppelt, schadet mehr als es nützt.

Soll ich meine Preise auf der Startseite zeigen?

Für Standardprodukte und -dienstleistungen: ja. Transparente Preise schaffen Vertrauen und filtern Anfragen vor. Für individuelle Projekte reicht ein Hinweis wie „Projekte ab 3.000 Euro" als Orientierung.

Wie oft sollte ich meine Startseite aktualisieren?

Inhaltlich mindestens halbjährlich prüfen: Sind die Leistungen noch aktuell? Stimmen die Referenzen? Sind die Bewertungszahlen aktuell? Ein komplett neues Design brauchst du nur alle 3 bis 5 Jahre.

Was ist wichtiger: Design oder Inhalt?

Inhalt. Ein professionelles Design mit nichtssagenden Texten konvertiert schlechter als ein einfaches Design mit klaren, überzeugenden Inhalten. Beides zusammen ist natürlich das Optimum.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Hero-Bereich braucht eine klare Headline, eine Subline und einen CTA, mehr nicht
  • Social Proof (Logos, Bewertungen, Zahlen) kommt direkt danach
  • Leistungen in 3 bis 6 scanbaren Kacheln darstellen, nicht als Fließtext
  • Slider, Willkommenstexte und Stockfotos raus, sie lenken vom Wesentlichen ab
  • Die Startseite ist zum Scannen da, nicht zum Lesen
  • Auf Mobile hast du noch weniger Platz, teste deshalb unbedingt auf echten Geräten

Merksätze

Wenn alles wichtig ist, ist am Ende nichts wichtig. Priorisiere.

Deine Startseite ist kein Schaufenster, sondern eine Weggabelung. Zeige den Weg, nicht alles auf einmal.

Deine Startseite braucht ein Upgrade? Wir schauen sie uns an und zeigen dir, wo die größten Hebel für mehr Anfragen liegen.

Du möchtest das für dein Unternehmen umsetzen?

Hier erfährst du, wie wir dich bei Webentwicklung unterstützen können.

Webentwicklung ansehen

Der MacherBrief

Die Anmeldung zum MacherBrief wird gerade neu vorbereitet. Bis dahin kannst du unsere Beiträge direkt im Ratgeber lesen.

Zum Ratgeber

Mehr Ratgeber aus dieser Kategorie:Webentwicklung